Konzept

In unserem Kindergarten haben Kinder ein Recht auf Verständnis, Sicherheit und freie Entfaltung. Daraus ergeben sich sowohl Aufgaben für Erzieher als auch für Eltern. Nur gemeinsam kann die pädagogische Arbeit erfolgreich sein und einen wichtigen Baustein für diese Zusammenarbeit bildet die Konzeption.

Räumliche Gegebenheiten / Öffnungszeiten

Wir verfügen über ca. 167m² Platz zum Spielen, Toben und Entspannen, die sich auf 2 Gruppenräume, einen Ruhe- und Toberaum, einen Flur, ein Kinderbad, eine Küche, eine Garderobe und ein kleines Büro und Personalraum verteilen. Unsere Kinder sollen sich frei bewegen können. Der Gestaltung des Flures kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Wandmontierte kleinere Spielgeräte und eine interessante und anregende (wechselnde) Wandgestaltung sollen die Kinder zur Interaktion anregen und dazu motivieren, den eigenen Gruppenraum ab und an zu verlassen, und sich auf Entdeckungsreise zu begeben.

Montags bis freitags haben wir von 7:30 Uhr bis 16:30 geöffnet, wobei die Zeiten je nach Bedarf der Eltern verändert werden können. Unsere Einrichtung hat drei Wochen im Sommer, sowie zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. In der Sommerschließzeit bieten wir eine Notbetreuung an, zu der die Kinder bei Bedarf angemeldet werden können. Weitere Schließzeiten sind in den Osterferien, als Brückentag vor oder nach Feiertagen und während Teamfortbildungen möglich. Die genauen Daten stehen in der Regel im November des Vorjahres fest.

Bild vom Kind

Das Kind ist von Geburt an aktiver Mitgestalter seiner Entwicklung und seiner Persönlichkeit. Durch selbstständiges Handeln lernt es spielerisch die Welt kennen und eignet sich sein Wissen an. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Kind. Unsere Aufgabe ist es, für das Kind eine möglichst vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der es bestmöglich gefördert, gefordert und unterstützt werden kann. Wir greifen die einzelnen Fähigkeiten auf und knüpfen daran mit verschiedenen Angeboten an. Die verschiedenen Entwicklungsstufen jedes Kindes werden von uns wahrgenommen und berücksichtigt und dementsprechend individuell gefördert.

Rolle der Erzieherinnen

Der Erziehungsstil ist demokratisch, d.h. wir gehen partnerschaftlich mit den Kindern um nehmen sie als eigenständige Persönlichkeiten ernst. Wir gehen auf die besonderen Bedürfnisse der Altersgruppen ein und schaffen entsprechende Bedingungen und Erfahrungsräume.

Es ist uns wichtig, dass Regeln und Absprachen, die wir gemeinsam mit den Eltern aufgestellt haben und die als verbindlich anerkannt wurden, eingehalten werden.

Andererseits lassen wir zu, dass unsere Anweisungen von den Kindern hinterfragt werden und erklären ihnen unser Handeln. Wir setzen auf positive Bewertung und Anerkennung. Wir wollen den Kindern verlässliche und vertrauensvolle Bezugspersonen sein und die Kinder unterstützen, wenn es notwendig ist.

Unser Fokus liegt darauf, die Kinder zu eigenständigen und selbstbewussten Personen zu erziehen, indem wir ihnen die Möglichkeit geben, sich ihre Spielpartner selbst auszusuchen oder sie dazu ermutigen, Konfliktsituationen oder Probleme selbst zu lösen. Wir bieten ihnen unsere Hilfe an und geben bei Bedarf Impulse in verschiedenen Situationen.

Bildungsbereiche

Das Spiel ist unsere Methode der Wahl. Erzieher, Ausstattung und Aktivitäten geben den Kindern Raum, sich kreativ zu entfalten und spielerisch sich selbst und ihre Umwelt ohne Leistungsdruck zu erfahren.

Gesundheit

Ganz nach dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ versuchen wir täglich etwas Zeit im Freien zu verbringen, um den Kindern Räume zu schaffen zu toben, klettern, schaukeln und entdecken.

Wir legen großen Wert auf eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung. Unsere Mahlzeiten werden täglich frisch und größtenteils aus Bio-Produkten geliefert. Außerdem steht den Kindern im Tagesverlauf Obst und Gemüse zur freien Verfügung.

Soziales und kulturelles Leben

Wir besprechen Regeln des Umgangs miteinander, übernehmen Verantwortung für das Wohl des Anderen, fördern Empathie und Einigungsbereitschaft und intervenieren bei Ungerechtigkeit. Zudem zeigen wir Wege der Kooperation auf und animieren die Kinder zum gemeinsamen Spiel.

Wir ermutigen unsere Kinder, offen und vorurteilsfrei auf einander zuzugehen, Freundschaften zu schließen und Emotionen zuzulassen. Wir bieten den Kindern eine offene Atmosphäre, in der Platz ist, eigene Gefühle zuzulassen und helfen ihnen dabei mit diesen umzugehen. Wir benennen Gefühle und zeigen den Kindern wie diese aussehen, wie man sich dabei fühlt und welche Reaktion von diesem Gefühl ausgeht: Wir stampfen mit den Füßen, wenn wir wütend sind. Wir nehmen uns in den Arm, wenn wir traurig sind. Wir lächeln, wenn wir fröhlich sind. Spiegel sind eine wunderbare Methode, den Kindern vor Augen zu halten, wie eine Emotion „aussieht“.

Wir feiern Feste und thematisieren Feiertage. Auch Geburtstage haben einen wichtigen Stellenwert. Das Geburtstagskind steht am diesem Tag für eine gewisse Zeit im Mittelpunkt; es darf die Aufmerksamkeit der anderen Kinder und Erwachsenen genießen und wird mit einem Fest gefeiert.

Kommunikation

Der Kitaalltag ist von Sprache durchzogen. Wir kommentieren ganz selbstverständlich sowohl alltägliche Handlungsabläufe als auch Bilderbücher. Es begleiten uns Lieder, Reime, Finger- und Krabbelspiele.

Die Kinder werden als gleichwertige Gesprächspartner gesehen. Wir nehmen uns Zeit mit ihnen in den Dialog zu treten und hinterfragen ihre Aktivitäten. Durch aktives Zuhören motivieren wir sie zum weiteren Erzählen, wir stellen Fragen, die nach Antworten verlangen. Fehler werden nicht korrigiert und Kinder demotiviert. Vielmehr sprechen wir korrekt nach. So nimmt das Kind ohne Wertung die richtige Sprechweise wahr.

Kunst

Die bildnerische Gestalten fördert die intensive Wahrnehmung, die Phantasie und die Kreativität. Der Umgang mit unterschiedlichsten Materialien wie z.B. Farben, Wasser, Papier, Draht, Kleister, Sand, Holz, Knete usw. laden zum Experimentieren ein. Wir basteln, gestalten, malen und bauen und kennenlernen dabei die verschiedene Techniken der Materialbenutzung. In Gruppen sind unterschiedlichste Materialien zur bildnerischen Gestaltung für die Kinder frei zugänglich. Die Kinder lernen voneinander, werden selbstbewusster und regen sich gegenseitig an. Die Kinder erforschen dabei ihre Sinne, entwickeln Kreativität und schulen ihre Feinmotorik.

Mathematik

Schon in den ersten Lebensjahren entwickeln Kinder mathematische Denkweisen. Sie sammeln erste Erfahrungen mit Zahlen, geometrischen Formen, Mengen, Gewicht, Größen und Zeit. Die Mathematik begleitet uns durch den ganzen Tag. Kinder lernen im Spiel Strukturen und Ordnung zu erkennen. Sie sammeln Steine, Stöcke und andere Gegenstände in der Natur und ordnen diese nach Größen, Gewicht und Formen. Sie versuchen herauszufinden welche Steckform in welche Lücke passt. Die Zahlwortreihe lernt man in Bewegung: Wie viele Schritte sind es wohl vom Gruppenraum zum Bad? Das Abzählen der Kinder und auch das Verteilen und Teilen z.B. der Spielsachen oder Lebensmittel tragen zur mathematischen Früherziehung bei.

Natur – Umwelt – Technik

Kinder sind Forscher. Sie erforschen immer aufs Neue ihre Umwelt. Sie sind ein Teil von ihr und wollen ihr auf den Grund gehen. Sie wollen wissen, warum die Dinge so sind wie sie sind, erkunden mit allen Sinnen und machen so erste naturwissenschaftliche Erfahrungen.

Durch das Experimentieren mit Wasser, Erde und Luft, lernen Kinder einfache Ursache- und Wirkungszusammenhänge und entwickeln ein Grundverständnis dafür. Wenn wir zum Beispiel kräftig pusten, wird das Essen kalt. Mischen wir Sand mit Wasser, wird er ganz matschig und formbar. Auf unseren Spaziergängen untersuchen wir Steine, Blätter, Käfer und Spinnen in ihren natürlichen Umgebungen.

Beobachtung und Dokumentation

Ein wichtiges Beobachtungs- und Dokumentationsmedium ist das Sprachlerntagebuch. Mit dem Eintritt in die Kita erhält jedes Kind eines dieser Bücher. Es begleitet es bis zum Schuleintritt.

Die Kinder haben jederzeit Zugriff auf ihre Tagebücher und können daran „arbeiten“, indem sie beispielsweise Fotos von zu Hause mitbringen und diese einkleben (z.B. zum Thema: „Hier wohne ich“). Auch haben sie die Möglichkeit Bilder zu malen (z.B. zum Thema: „Das ist meine Familie“).

Weiterhin führen wir mit den Kindern die Bildungsinterviews durch. In diesen haben die Kinder die Gelegenheit von sich und ihren Interessen zu erzählen. All diese Methoden dienen als Sprechanlässe für die Kinder und unsere Aufgabe besteht dabei darin den genauen Wortlaut der Kinder aufzuschreiben. Anhand dessen können wir genau sehen, in welchen sprachlichen Bereichen das Kind sich bereits gut entwickelt hat und wo noch Schwierigkeiten bestehen.

Gestalten von Übergängen

Eingewöhnung in die Kita

Um den Kindern einen gelungenen Start in die Kitazeit zu ermöglichen, arbeiten wir nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell. Dieses sieht durchschnittlich eine dreiwöchige Eingewöhnungszeit vor. Allerdings geht jedes Kind mit der neuen, ungewohnten Situation anders um und wir wollen jedem Kind die Zeit geben, die es benötigt, um sich an die neuen Räumlichkeiten, die fremden Kinder und an seine Erzieherinnen zu gewöhnen.

Das bedeutet, dass jede Eingewöhnung ganz individuell gestaltet wird und jeder Schritt mit den Eltern abgesprochen wird.

Gruppenübergang

Da die Trennung der zwei Altersgruppen nur in bestimmten Situationen des Kita-Alltags tatsächlich eine für die Kinder wahrnehmbare Auswirkung auf die pädagogische Arbeit in unserer Kita hat, verzichten wir mit den Kindern auf eine explizite Thematisierung des Gruppenwechsels von der kleinen in die große Gruppe. Anstatt zu Beginn des Kitajahres mit dem Weggang der Schulkinder die große Gruppe durch die gleiche Zahl an kleineren Kindern wieder aufzufüllen, reflektieren wir dieses Thema mit Kollegen und Eltern im gesamten Jahresverlauf und treffen situative, individuelle und flexible Entscheidungen.

Übergang in die Schule

Am Ende der Kitazeit möchten wir den Übergang vom Kindergarten in die Schule sowohl für die Kinder als auch natürlich für die Eltern so leicht wie möglich gestalten. Dafür veranstalten wir jedes Jahr einen speziellen Elternabend, in dem die Eltern rund um das Thema Schuleintritt informiert werden sollen. Desweiteren versuchen wir Partnerschaften zu den umliegenden Grundschulen aufzubauen, wodurch uns Besuche ermöglicht werden.

Zweimal wöchentlich gibt es für die Vorschulkinder besondere, altersgemäße Angebote, die die Kinder gezielt in ihrer Schulfähigkeit fördern sollen. Zum Beispiel machen wir kleine Experimente, üben den Umgang mit der Schere, lernen spielerisch erste Buchstaben und verstärken bei Ausflügen die Verkehrserziehung (zum Beispiel beim Üben des Schulweges). Am Ende jedes Kitajahres feien wir unser Zuckertütenfest, bei dem die Vorschulkinder verabschiedet werden.

Frühkindliche Teilhabe und Inklusion

Wir setzen uns für eine vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung ein und positionieren uns klar gegen jede Form der Ausgrenzung und Diskriminierung. Das Kennenlernen fremder Kulturen, Länder und Religionen gehört dabei genauso dazu wie die Einbeziehung aller Kinder in Entscheidungen, die den Kitaalltag betreffen. Jedes Kind hat eine Stimme und jede Stimme ist es gleich wert, dass man ihr Beachtung schenkt. Unsere Türen sind den meisten Teil des Tages offen, damit sich die Kinder frei bewegen können. Spiele und Bücher befinden sich in offenen Regalen und sind den Kindern so frei zugänglich. Zudem soll bei uns jedes Kind all das selbst tun dürfen, was es bereits tun kann.

Der Morgenkreis eignet sich insbesondere als Ort der Partizipation, an dem Bedürfnisse und Befindlichkeiten ausgetauscht werden und der Tag gemeinsam mit den Kindern geplant und mit Spielen oder Liedern eingeleitet wird. Er bietet für uns die optimale Möglichkeit, Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten zu diskutieren und zum Beispiel über das nächste Bastelangebot, den nächsten Ausflug oder den zu besuchenden Spielplatz abzustimmen. Er bietet aber auch die Gelegenheit, unsere Alltagskultur gemeinsam mit den Kindern zu reflektieren: Welche Regeln gibt es beim Essen/in der Mittagsruhe/beim Aufräumen/bei Ausflügen/im Spiel? Was ist gerecht, was ungerecht? Wie gehen wir miteinander um? Wie mit unserem Spielzeug/unseren Büchern?

Der Tischdienst bietet eine weitere wichtige Möglichkeit, Kinder am Alltag der Kita zu beteiligen. Je nach Fähigkeit helfen kleinere und größere Kinder zum Beispiel bei der Auswahl des Geschirrs und Bestecks, beim Abzählen der Gedecke und beim Vorbereiten der Tische und erinnern andere Kinder an die Regeln beim Essen.

Zusammenarbeit mit Eltern

Da es sich bei unserer Einrichtung um eine besonders kleine Kita handelt, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern natürlich besonders intensiv.

Damit die Kinder bei und von uns bestmöglich gefordert und gefördert werden können, ist eine vertrauensvolle Beziehung zu, und ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern unumgänglich. Nur, wenn sich Kinder und Eltern in der Einrichtung gleichermaßen wohlfühlen kann eine erfolgreiche Bildungs- und Erziehungspartnerschaft stattfinden.

Um diese Beziehung aufbauen zu können, vereinbaren wir mit „neuen“ Eltern vor der Aufnahme eines Kindes einzelne Termine für ein sogenanntes Erstgespräch. Bei diesem Erstgespräch haben sowohl die Eltern als auch die Erzieher/innen die Möglichkeit sich gegenseitig kennenzulernen, sich über das Kind auszutauschen und verschiedene Erwartungen, Wünsche und Fragen darzubringen.

Beim Abholen der Kinder finden täglich Tür- und Angelgespräche statt, in denen wir die Eltern über Geschehnisse des Tages informieren. Außerdem findet mindestens einmal im Jahr, bei Bedarf von Seiten der Eltern oder der Erzieherinnen auch öfter, mit jeder Familie ein Entwicklungsgespräch statt. In diesen besprechen die pädagogischen Fachkräfte mit den Eltern die Entwicklung der Kinder, tauschen sich über aktuelle Verhaltensweisen, Stärken und Schwächen aus und verabreden sich wie sie das Kind weiterhin unterstützen können.

Die Eltern helfen bei der Vorbereitung von Festen oder bringen sich beispielsweise mit ihrem Beruf oder mit anderen Fähigkeiten in die Projektarbeit ein.

Informative Aushänge und das Zuschaustellen von Arbeitsergebnissen in der Garderobe, im Flur und in den Gruppenräumen sollen den Eltern einen Einblick in die Arbeit in der Kita ermöglichen. Wir laden unsere Eltern dazu ein, sich regelmäßig aufmerksam in der Kita umzusehen und sich von ihren Kindern und den Erziehern über bearbeitete Themen informieren zu lassen.

Auf den zweimal jährlich stattfindenden Elternabenden werden am Anfang eines Kitajahres fünf Elternvertreter gewählt. Die Elternvertreter sind neben den Erzieherinnen die Ansprechpartner der gesamten Elternschaft. An sie können sich die Eltern wenden, wenn sie Probleme in der Kita haben oder Vorschläge und Ideen einbringen möchten. Die Elternvertreter treffen sich in regelmäßigen Abständen mit der Kitaleitung, um diese Ideen oder Probleme zu besprechen.